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Geschwindigkeitsindex und lastindex bei motorradreifen

Was sind Geschwindigkeitsindex und Lastindex bei Motorradreifen?

Die von den Reifenherstellern einzuhaltenden Reifennormen werden von der European Tyre and Rim Technical Organisation (ETRTO) festgelegt. Diese Normen umfassen auch die vorgeschriebenen Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitswerte.

Motorradhersteller geben die Reifengrößen für jedes ihrer Fahrzeuge an. Dies gilt sowohl für die Vorder- als auch für die Hinterachse. Diese Angaben beinhalten auch die Werte für Höchstgeschwindigkeit und Tragfähigkeit. Anschließend führt der Reifenhersteller die vorgeschriebenen Prüfungen durch, um sicherzustellen, dass die Reifen den ETRTO-Normen und den Zulassungen der Motorradhersteller entsprechen.

Die Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitswerte stellen sicher, dass ein Motorrad mit den richtigen Reifen für die richtige Geschwindigkeit und Belastung ausgestattet und somit sicher ist.

Wie werden Reifen getestet?

Bereits bei der Herstellung eines Reifens führt Michelin zahlreiche Tests durch, um sicherzustellen, dass der Motorradhersteller als Erstausrüster sowie seine Kunden mit sicheren, normgerechten Reifen beliefert werden.

Dazu wird die maximale Belastung simuliert, einschließlich der Beanspruchungen, die das Verhalten des Reifens beeinflussen könnten. Außerdem testen wir das Fahren mit dem Mindestdruck und der Höchstgeschwindigkeit, denen der Reifen standhalten sollte.

Die Testergebnisse müssen belegen, dass ein Reifen bei einem Mindestdruck, unter Belastung und mit der vom Fahrzeughersteller festgelegten Geschwindigkeit fahren kann. Dann kann der Reifen mit den entsprechenden Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitswerten gekennzeichnet werden.

Den Geschwindigkeitsindex bei Motorradreifen verstehen

Alle Fahrzeuge haben eine Höchstgeschwindigkeit, für die die zugelassenen Reifen geeignet sein müssen. Die Geschwindigkeitsklasse bzw. der Geschwindigkeitsindex entspricht dieser Höchstgeschwindigkeit. Sie wird durch einen Buchstaben angegeben.

Beispiel: 180/55 ZR 17 M/C (73W)
In diesem Fall lautet die Geschwindigkeitsangabe für den Reifen (W).

Um herauszufinden, welcher Höchstgeschwindigkeit eine Geschwindigkeitsangabe entspricht, schauen Sie einfach in die nachstehende Tabelle.

Geschwindigkeitsindex: Übersicht für Motorradreifen


Index

km/h

Index

km/h

Index

km/h

Index

km/h

B

50

J

100

Q

160

V

240

C

60

K

110

R

170

(V)

> 240

D

65

L

120

S

180

W

270

E

70

M

130

T

190

(W)

> 270

F

80

N

140

U

200

G

90

P

150

H

210

In unserem Beispiel entspricht der Index (W) einer Geschwindigkeit von über 270 km/h.

Geschwindigkeitsangabe in Klammern

Eine Geschwindigkeitsangabe in Klammern bedeutet „über“.

Ohne Klammern entspricht das W einer Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h (siehe Tabelle).

Mit Klammern bedeutet es, dass das Fahrzeug eine Geschwindigkeit von mehr als 270 km/h erreichen kann, ohne dass es eine Geschwindigkeitsbegrenzung gibt.

Beachten Sie: Die Angabe der Geschwindigkeitsklasse in Klammern schließt in der Regel den Lastindex/Geschwindigkeitsindex ein, um die allgemeine Nomenklatur einzuhalten. In dem oben genannten Beispiel wird der Reifen also nicht mit 73(W), sondern mit: (73W) gekennzeichnet.

Den Lastindex bei Motorradreifen verstehen

Alle Fahrzeuge verfügen über eine Höchstlast, für die die zugelassenen Reifen geeignet sein müssen. Der Lastindex verweist auf diese maximale Tragfähigkeit. Er wird durch eine Zahl angegeben, die dem Buchstaben der Geschwindigkeitsklasse vorangestellt ist.

Beispiel: 120/70 ZR 17 M/C (58W)

Der Lastindex ist hier 58.

Um herauszufinden, welcher maximalen Belastung ein Lastindex entspricht, schauen Sie einfach in die nachstehende Tabelle.

Lastindex-Tabelle für Motorradreifen

Index

kg

Index

kg

Index

kg

Index

kg

20

80

40

140

60

250

80

450

21

82,5

41

145

61

257

81

462

22

85

42

150

62

265

82

475

23

87,5

43

155

63

272

83

487

24

90

44

160

64

280

84

500

25

92,5

45

165

65

290

85

515

26

95

46

170

66

300

86

530

27

97,5

47

175

67

307

87

545

28

100

48

180

68

315

88

560

29

103

49

185

69

325

89

580

30

106

50

190

70

335

90

600

31

109

51

195

71

345

91

615

32

112

52

200

72

355

92

630

33

115

53

206

73

365

93

650

34

118

54

212

74

375

94

670

35

121

55

218

75

387

95

690

36

125

56

224

76

400

96

710

37

128

57

230

77

412

97

730

38

132

58

236

78

425

98

750

39

136

59

243

79

437

99

775

In unserem Beispiel entspricht die Tragfähigkeit 58 einer maximalen Belastung von 236 kg.

Der Lastindex bzw. die Tragfähigkeit berücksichtigt nicht nur das Gewicht des Fahrzeugs, sondern auch das Gewicht des Fahrers, etwaiger Fahrgäste und zusätzlichen Gepäcks.

Aus diesem Grund hat der Hinterreifen eine höhere Tragfähigkeit als der Vorderreifen und kann eine höhere Last tragen.

Ist die Einhaltung der Geschwindigkeits- und Tragfähigkeitswerte vorgeschrieben?

Ja. Die Vorschriften sehen vor, dass die Angaben des Motorradherstellers für die Sicherheit des Fahrers und der Mitfahrer eingehalten werden müssen. Daher muss Ihr Motorrad mit Reifen ausgestattet sein, die den zugelassenen Maßen entsprechen. Und hierzu gehören auch die für Ihr Fahrzeug als sicher definierten Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitswerte.

Wenn Ihr Fahrzeug nicht mit vom Hersteller zugelassenen Reifen ausgestattet ist, besteht ein Sicherheitsrisiko, das auch Ihren Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls beeinträchtigen kann.

Auch wenn Ihr Reifen für Geschwindigkeiten zugelassen ist, die Sie voraussichtlich nie erreichen werden, müssen die Vorgaben unbedingt eingehalten werden. Warum ist das so? Die Geschwindigkeits- und die Tragfähigkeitswerte stehen im Zusammenhang. Wenn Sie einen Reifen mit einer niedrigeren Geschwindigkeitsklasse wählen, könnte die Tragfähigkeit für Ihr Motorrad unzureichend sein, was Sie den oben genannten Risiken aussetzt.

Wo sind Geschwindigkeitsindex und Lastindex angegeben?

Sie gehören zu den Standardkennzeichnungen auf der Reifenflanke und sind zumeist auch im Fahrzeughandbuch vermerkt (manchmal auch auf dem Luftdruckaufkleber).
Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zu Reifenkennzeichnungen.

Die Besonderheit von verstärkten Reifen

Einige Motorradhersteller geben für dieselbe Größe einen normalen Lastindex sowie einen Lastindex für verstärkte Reifen an. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Hersteller ein neues Motorradmodell auf den Markt bringt, dessen Ausstattungsmerkmale eine höhere Belastung bedeuten (ein stärkerer Motor, ein größeres Gepäckvolumen, ...)

Aus diesem Grund finden Sie manchmal zwei verschiedene Angaben mit dem gleichen Geschwindigkeitsindex:

Eine mit einer normalen Tragfähigkeit, zum Beispiel:
130 / 70 - 12 56P
(56 ist die Tragfähigkeit)

Und eine weitere, die mit der Markierung „REINF“ auf einen verstärkten Reifen hinweist, zum Beispiel:

130 / 70 - 12 62P REINF
(62 entspricht einer höheren Tragfähigkeit und die Kennzeichnung REINF weist auf einen verstärkten Reifen hin)

In beiden Fällen haben die Reifen den Geschwindigkeitsindex P.

Je nach Fahrzeugmodell ist die eine oder andere Reifengröße die vom Hersteller zugelassene.

Der Fachmann ist da, um Sie zu führen

Wenn Sie Zweifel haben oder nicht wissen, welche Größe für Ihr Fahrzeug geeignet ist, ist es die Aufgabe des Fachmanns, Sie bei der Auswahl zu beraten, wobei er sich an die Zulassungsvorschriften des Herstellers hält.

Sie können einen Fachmann in Ihrer Nähe finden:

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