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Wie du mit Flatspotting bei Reifen umgehst

Tipps und Ratschläge

Reifen, die über längere Zeit an derselben Stelle geparkt sind, können vorübergehend einen Standplatten entwickeln. Wenn Sie Flatspotting bei Reifen verstehen, können Sie das Problem schnell beheben.

Das vorübergehende Problem des Reifen-Flatspottings

Stellen Sie sich vor, Sie waren längere Zeit im Urlaub. Nach Ihrer Rückkehr erledigen Sie mit Ihrem Fahrzeug ein paar Besorgungen oder nehmen wieder Ihren gewohnten Weg ins Büro auf. Doch plötzlich fühlt sich etwas anders an. Beim Fahren bemerken Sie eine ungewohnte Vibration – entweder im Lenkrad oder im Fahrzeug selbst. Ihr Auto stand während Ihrer Abwesenheit sicher in der Garage, daher ist es zunächst schwer nachvollziehbar, warum das passiert.

Die kurze Antwort lautet: Reifen-Flatspotting (Standplattenbildung). Dabei handelt es sich meist um einen vorübergehenden Zustand, der auftreten kann, wenn Ihr Fahrzeug über einen längeren Zeitraum stillgestanden hat. Diese Situation kann auch in kälteren Regionen auftreten, etwa nach einer längeren Fahrt am Tag, gefolgt von stark sinkenden Temperaturen über Nacht.

Die gute Nachricht: Reifen-Flatspotting ist in den meisten Fällen nur ein kurzfristiges Phänomen. Eine kurze Fahrt mit höherer Geschwindigkeit auf der Autobahn erwärmt die Reifen und behebt das Problem in der Regel von selbst. Dennoch ist es hilfreich, genauer zu verstehen, wodurch Reifen-Flatspotting verursacht wird und was Sie tun können, um es zu minimieren.

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Reifenaufbau 101

Um Reifen-Flatspotting zu verstehen, hilft es, den Aufbau eines Reifens zu kennen. Beschreibungen des Reifenaufbaus konzentrieren sich häufig auf das besonders wichtige Profil – den äusseren Teil des Reifens, den Sie sehen und der dafür sorgt, dass Ihr Fahrzeug Grip auf der Strasse hat. Unter dieser äusseren Profilschicht befindet sich jedoch eine feste Lage, die als Karkassgürtel oder Gürtelpaket (Crown Plies bzw. Belt) bezeichnet wird.

Das Gürtelpaket sorgt für die Zentrifugal- und Seitenstabilität des Reifens, während es dem Reifen gleichzeitig genügend Flexibilität verleiht, um einen hohen Fahrkomfort zu gewährleisten. Dafür besteht es aus verschiedenen Materialien wie Nylon oder anderen Textilien, aber auch aus Glasfaser oder Stahl. Letztere werden zur Herstellung der Kordfäden im Gürtelpaket verwendet, weshalb diese Schicht auch als „Belt“ bezeichnet wird.

Genau diese Schicht kann die Ursache für vorübergehendes Flatspotting sein, und das aus einem einfachen Grund: Ein Reifen ist dafür gemacht zu rollen – nicht, stillzustehen. Wenn Ihr Fahrzeug geparkt ist, ist der Teil des Reifens, der den Boden berührt, flacher als die oberen, runden Bereiche. Die Materialien im Gürtelpaket können sich manchmal in dieser flachen Form „setzen“, was dazu führt, dass sich beim Anfahren ein Flatspot bemerkbar macht.

Das Gleiche kann auch innerhalb kurzer Zeit passieren, wenn die Reifen von warmen auf sehr kalte Temperaturen wechseln – etwa nach einer Fahrt und anschließendem nächtlichen Abstellen bei stark sinkenden Temperaturen. Unter solchen Bedingungen neigen die Materialien im Gürtelpaket dazu, sich abzuflachen. Aufgrund ihrer Konstruktion nehmen sie jedoch in der Regel schnell wieder ihre runde Form an, wie im nächsten Abschnitt erklärt wird.

So bekommt Ihr Reifen seine runde Form zurück

Die einfachste Lösung, um Ihre Reifen wieder vollständig rund zu bekommen, ist, mit ihnen zu fahren. Dadurch entsteht Wärme, die den Reifen hilft, ihre runde Form zurückzuerlangen. Selbst bei kaltem Wetter erwärmen sich die Reifen während der Fahrt, einschließlich des Gürtelpakets. Die Rotation der Reifen in Kombination mit dem Temperaturanstieg hilft dabei, die „gesetzte“ flache Form auszugleichen, die durch den Wechsel von warmen zu kalten Temperaturen oder durch langes Parken entstanden ist.

Wie lange Sie fahren müssen, kann variieren, unter anderem abhängig von der Aussentemperatur. In der Regel verschwindet der Standplatten jedoch nach kurzer Zeit, und die Vibrationen, die Sie im Lenkrad oder im Fahrzeug spüren, kehren auf ein normales Niveau zurück.

Sollten die Vibrationen trotz ausreichender Fahrt nicht nachlassen, sollten Sie einen Reifenspezialisten aufsuchen. Anhaltende Fahrzeugvibrationen – unabhängig davon, ob sie von den Reifen oder von anderen Fahrwerkskomponenten verursacht werden – können ein Hinweis auf ein ernsthafteres Problem sein.

Reifen-Flatspotting vermeiden

Es gibt tatsächlich mehrere Massnahmen, mit denen Sie Reifen-Flatspotting minimieren können – und glücklicherweise gehören sie alle zu einer guten Reifenpflege. Zunächst hilft es, Ihre Reifen stets korrekt aufzupumpen, damit sie ihre runde Form möglichst behalten. Unterinflation begünstigt vorübergehendes Flatspotting, daher ist es wichtig, den Reifendruck monatlich zu überprüfen, da Reifen mit der Zeit – insbesondere mit zunehmendem Verschleiss – leicht Luft verlieren.

Den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck finden Sie auf dem Aufkleber an der Fahrzeugtür oder in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Dieser richtige Reifendruck für den Fahrbetrieb wird vom Fahrzeughersteller vorgegeben und ist auf die spezifischen Eigenschaften Ihres Fahrzeugs abgestimmt. Dieser Michelin-Artikel gibt Ihnen einen Überblick darüber, wie Sie Ihren Reifendruck monatlich überprüfen können.

Wenn Sie planen, Ihr Fahrzeug länger als einen Monat abzustellen, können Sie den Reifendruck um etwa 0,2 bar über den vom Hersteller empfohlenen kalten Reifendruck erhöhen, um das Risiko von Flatspotting zu reduzieren. Übertreiben Sie es dabei jedoch nicht und stellen Sie sicher, dass Sie den Reifendruck vor der nächsten Fahrt wieder auf den vom Hersteller empfohlenen Wert zurücksetzen.

Müssen Sie Ihr Fahrzeug über einen sehr langen Zeitraum abstellen, empfehlen wir, es auf Unterlegkeile zu stellen, sodass die Reifen keinen Kontakt mit dem Boden haben.

Eine weitere Möglichkeit, Reifen-Flatspotting zu reduzieren, besteht darin, Ihr Fahrzeug – wenn möglich – regelmässig zu bewegen. Die regelmässige Nutzung Ihres Fahrzeugs trägt dazu bei, sowohl die Reifen als auch das Fahrzeug insgesamt in einem guten Zustand zu halten.

Besondere Formen des Reifen-Flatspottings

Neben dem Kontakt mit ebenem Untergrund oder dem Abkühlen warmer Reifen bei kalten Temperaturen gibt es ein weiteres Szenario, das Flatspotting verursachen kann – eine starke Bremsung. Wird in bestimmten Situationen plötzlich und sehr stark gebremst und ist das Fahrzeug nicht mit ABS (Antiblockiersystem) ausgestattet, kann sich ein Flatspot bilden. Durch den längeren, kraftvollen Kontakt eines einzelnen Reifensegments mit dem Untergrund kann theoretisch eine größere Menge der Laufflächenmischung abgetragen werden, was zu dauerhaftem Flatspotting führt. In diesem Fall bleibt Ihnen keine andere Möglichkeit, als die betroffenen Reifen zu ersetzen.

Dank der heute weit verbreiteten ABS-Systeme ist dieses Szenario mittlerweile sehr unwahrscheinlich. Wir führen es dennoch auf, um Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Arten von Reifen-Flatspotting zu geben.

Reifenlagerung über längere Zeit

Reifen-Flatspotting lässt sich manchmal nur schwer vermeiden, da wir unsere Fahrzeuge nicht immer in Bewegung halten können. Reisepläne oder ein Fahrzeug, das nur zeitweise an einem bestimmten Standort genutzt wird, können dazu führen, dass es über einen längeren Zeitraum abgestellt ist. Welche Möglichkeiten haben Sie also, Ihre Reifen so zu lagern, dass sie in bestmöglichem Zustand bleiben und Flatspotting vermieden wird?

Wenn möglich, stellen Sie Ihr Fahrzeug an einem Ort mit möglichst gleichbleibender Temperatur ab, zum Beispiel in einer Garage. Selbst wenn diese nicht klimatisiert ist, schützt eine Innenlagerung Ihr Fahrzeug besser vor starken Temperaturschwankungen im Aussenbereich. Dennoch sollten Sie bedenken, dass ein Reifen im Laufe der Zeit etwa 0,1 bar Luftdruck pro Monat verliert, was bei längerer Standzeit zu einer deutlichen Unterinflation führen kann.

Auf dem Markt gibt es verschiedene Reifenschalen, Unterlegkeile und Polyurethan-Kissen, die dafür entwickelt wurden, das Gewicht eines Fahrzeugs im Stillstand zu tragen. Michelin verfügt jedoch über keine Daten, die bestätigen, dass solche Hilfsmittel Flatspotting tatsächlich reduzieren. Bekannt ist hingegen, dass Reifen – unabhängig davon, ob sie auf solchen Vorrichtungen gelagert werden oder nicht – Schaden nehmen können, wenn sie unterinflationiert sind oder Chemikalien bzw. übermässiger Hitze ausgesetzt werden. Dazu zählt auch Flatspotting.

Abschließend gilt: Auch wenn es nicht immer möglich ist, besteht die beste Methode zur Vermeidung von Flatspotting darin, das Fahrzeug mit Wagenhebern anzuheben, um die Belastung der Reifen zu verringern, oder die Reifen vollständig vom Fahrzeug zu demontieren und fachgerecht zu lagern. In diesem Fall sollten die Reifen in einem sauberen, trockenen, temperierten und gut belüfteten Raum gelagert werden – geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und Witterungseinflüssen. Zudem müssen sie von chemischen Substanzen oder Lösungsmitteln ferngehalten werden, die dem Gummi schaden können.

Weitere detaillierte Informationen zur langfristigen Reifenlagerung finden Sie in diesem Michelin-Artikel über bewährte Vorgehensweisen zur optimalen Lagerung von demontierten Reifen.

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Wohnwagen und Wohnmobile

Wohnwagen stellen besondere Anforderungen an die Reifenlagerung und sind anfällig für Flatspotting, da sie oft über Monate hinweg unbewegt abgestellt sind. Wird ein Wohnmobil (Recreational Vehicle, RV) über einen längeren Zeitraum geparkt, kann dies die Reifen schwächen und zur Bildung eines Standplatten führen. Wie bei anderen Fahrzeugen ist dieser Standplatten in der Regel nicht dauerhaft und kann beim Wiederanfahren des Wohnmobils „herausgefahren“ werden.

Hier sind einige bewährte Massnahmen, mit denen Sie das Risiko von Flatspotting bei Wohnmobilen reduzieren können:

  • Stellen Sie Ihr Wohnmobil möglichst in einem temperierten, ebenen und trockenen Bereich ab, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung, um die Reifen zu schonen.
  • Reduzieren Sie das Gewicht im Innenraum Ihres Wohnmobils so weit wie möglich und achten Sie darauf, dass die Last gleichmässig verteilt ist.
  • Verwenden Sie Auffahrkeile bzw. Nivellierblöcke für Wohnmobile, um den Druck von einer einzelnen Stelle des Reifens zu nehmen.
  • Bewegen Sie Ihr Wohnmobil nach Möglichkeit alle paar Monate, sodass es jeweils auf einem anderen Bereich der Reifen steht.


Grundsätzlich sollten Sie sich bewusst sein, dass die Reifenalterung bei Wohnwagen eine besondere Rolle spielt. Es ist immer ratsam, diese Reifen spätestens zehn Jahre nach ihrem Herstellungsdatum zu ersetzen, das in der Regel auf der Reifenflanke angegeben ist. Diese Empfehlung gilt zwar für alle Fahrzeugreifen, ist jedoch bei Wohnmobilen besonders wichtig, da sie speziellen Einsatzbedingungen unterliegen und ihre Reifen oft über lange Zeiträume stillstehen.

Fazit

Wenn Sie also von einem längeren Urlaub zurückkehren oder kalte Temperaturen ihre Wirkung auf Ihre Reifen zeigen, müssen Sie sich keine Sorgen machen, falls Sie durch Reifen-Flatspotting Vibrationen spüren. Diese Situation ist nahezu immer vorübergehend, und eine kurze Fahrt mit etwas höherer Geschwindigkeit behebt das Problem in der Regel problemlos.

Ein korrekt eingestellter Reifendruck ist ein guter erster Schritt, um dieses Phänomen zu vermeiden. Der nächste Schritt besteht darin, nach Möglichkeiten zu suchen, die Belastung der Reifen bei längeren Standzeiten zu reduzieren. Am wichtigsten ist jedoch das Verständnis, dass Flatspotting fast immer nur kurzfristig auftritt und nicht zwangsläufig darauf hinweist, dass mit Ihren Reifen etwas nicht in Ordnung ist.

Auf der Michelin Seite „Tipps & Ratgeber“ finden Sie weitere Informationen zu Reifen-Grundlagen, Wartung, Fahrhinweisen und mehr. Suchen Sie den passenden Reifen für Ihr Fahrzeug, können Sie mit unserem Reifenfinder das geeignete Modell ermitteln. Alternativ hilft Ihnen unsere Händlersuche, einen Michelin Partner in Ihrer Nähe zu finden, der Sie bei der Auswahl unterstützt.

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